Der Industriestandort Magdeburg

Im Zentrum von Sachsen-Anhalt liegt dessen über 1.200 Jahre alte Landeshauptstadt Magdeburg. Wissenschaftler wie Guericke, bis 1681 Bürgermeister und Bauherr von Magdeburg, oder Künstler wie Georg Philipp Telemann trugen ebenso wie Unternehmen zum Ruf Magdeburgs als einer bedeutenden Stadt der Wissenschaft, Technik und Künste bei. Mit seiner exponierten Lage in der Elbe-Börde-Heide zählt Magdeburg zu den ältesten Zentren von Industrie und Handel. Magdeburg war und ist Dreh- und Angelpunkt der wichtigsten Verkehrsadern in Deutschland und Europa.

Magdeburg – die Wiege des deutschen Maschinenbaus

Magdeburg konnte sich deshalb zu einem Industriezentrum in Deutschland entwickeln, weil es nicht nur über ausreichende Bodenschätze, wie vor allem Salze, Kali und Braunkohle verfügte, sondern auch über fruchtbare Böden westlich der Elbe. Durch die dort angebaute Runkelrübe und deren Verarbeitung zu Zucker reift Magdeburg zu einem wichtigen Zentrum der Zuckerindustrie in ganz Europa heran. Der sich so entwickelnde Markt veranlasste Magdeburger Unternehmen, einen Handel mit Wertpapieren zu organisieren. Sie gründeten 1843 die Magdeburger Börse. Sie erhielt den Status einer Weltbörse und zog damit neue Industriezweige an. Das Schienennetz wurde, wie das gesamte Verkehrswegenetz, enorm erweitert und ausgebaut. Zahlreiche Maschinenbauunternehmen wurden gegründet. Beispielgebend dafür ist der Wegbereiter des deutschen Maschinenbaus und Erfinder des Plattenfeder-Manometers, Bernhard Schäffer. Aber auch Hermann Gruson, unter dessen Leitung Verfahren zur Verbesserung von Gusseisen entwickelt und in seiner Gießerei die Praxis umgesetzt wurde, hatte einen großen Anteil daran, denn er entwickelte nachweislich ein Verfahren von fundamentaler Bedeutung für die Entwicklung des Eisenbahnwesens und des Maschinenbaus in Deutschland. Fahlberg-List begann in seinem Unternehmen mit der industriellen Produktion von synthetischen Süßstoffen.

Erfolgreich in die Marktwirtschaft

So gestalteten, auch in Zeiten der ehemaligen DDR, Magdeburgs Bürger mit Fleiß, Ideenreichtum und Unternehmergeist ihre Stadt zum Zentrum des Schwermaschinenbaus. Nach 1945 wurden Betriebe enteignet und in sowjetisch-staatliche Aktiengesellschaften umgewandelt. Auf deutsche Initiative wurden diese Aktiengesellschaften vor dem völligen Ausbluten bewahrt und 1953 in so genannte volkseigene Betriebe umgewandelt. Mit anderen Namen wurden die so enteigneten Betriebe, die Ihren Ursprung in den 1850er Jahren hatten unter deutscher Leitung weitergeführt. Dazu zählten auch die Flaggschiffe des Schwermaschinenbaus der ehemaligen DDR. Sie wurden später in Magdeburg zu einem Kombinat zusammengeführt. Im Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands wurden ab 1989 die widerrechtlich enteigneten und zu Kombinaten zusammengeführten Betriebe wieder in Privathand übergeben und durch diese geführt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten behaupten sich schon heute zahlreiche der älteren Traditionsunternehmen erfolgreich auf den Märkten der Welt. So zum Beispiel bei der Herstellung und dem weltweiten Vertrieb von Windkraftanlagen. Weit über die Region hinaus bekannt und beliebt sind die Spirituosen aus Magdeburg. Erstmalig von einem deutschen Unternehmen werden dort seit 1993 koschere Spirituosen industriemäßig produziert.

Magdeburg ist auf die Zukunft vorbereitet

Gelegen in der Elbe-Börde-Heide hat sich Magdeburg als Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt im Laufe ihres Bestehens zu einem bedeutenden industriellen Standort in Deutschland entwickelt. Dank des ungebrochenen Willens der Bürger der Stadt Magdeburg konnten weder Kriege noch Enteignungen unter sozialistischer Herrschaft diese Entwicklung zum Wohle der Menschen dieser Stadt aufhalten. Magdeburg ist heute, mehr denn je, ein Knotenpunkt des Verkehrs und des Handels in Deutschland und Europa. Die Entwicklung der Industrie, verbunden mit dem Engagement in Lehre und Forschung seit Gründung der Stadt, bringen die Bedeutung Magdeburgs für die Gesamtentwicklung Deutschlands auf hervorragende Weise zum Ausdruck.

Picture: Stephanie Gläser – Fotolia.com

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